Stellungnahme der Evangelischen Freikirche „Lebensquelle“ e.V. zum Dokumentar-Film „Seelenfänger Lebensquelle – Eine christliche Parallelwelt in Osnabrück“ von Marcel Trocoli Castro vom 19.01.2016

Der sogenannte Dokumentar-Film über die Evangelische Freikirche „Lebensquelle“, der am 19.01.2016 zum ersten Mal in der Lagerhalle ausgestrahlt wurde, soll nach Angaben des Journalisten Marcel Trocoli Castro aufklären und informieren. Angeblich sollen dabei die Machenschaften unserer Kirchengemeinde aufgedeckt werden.

Unser Jugendpastor Artur Warkentin, der uns an diesem Abend vertreten hat, bejahte richtigerweise, dass einige Inhalte des Films unseren Glauben korrekt widergeben. So glauben wir unter anderem an Wunderheilungen und Befreiungen von Abhängigkeiten durch Gottes Eingreifen. Wir glauben auch an das Wirken des Heiligen Geistes, welches auch durch Geistesgaben zum Ausdruck kommen kann. Des Weiteren glauben wir an die Existenz des Teufels.

Da aus dem Film jedoch auch sehr viele schwere Vorwürfe gegen unsere Gemeinde hervorgehen, ist es das Ziel dieser Stellungnahme diese Vorwürfe zu wiederlegen. Es wird bereits im Titel des Dokumentar-Films deutlich („Seelenfänger Lebensquelle“), dass Herr Trocoli Castro weder eine neutrale noch eine objektive Herangehensweise gewählt hat, über uns zu berichten. Es ist sogar von einer Entlarvung die Rede, weil wir uns angeblich abschotten und einen Kontakt zur Außenwelt vermeiden. Dies ist aber mitnichten der Fall. Wenn wir uns abschotten wollen würden, dann hätten wir mit großer Sicherheit kein Gebäude in der Stadtmitte gewählt. Des Weiteren sind all unsere Veranstaltungen öffentlich und für jeden zugänglich. Es kann jeder selbst entscheiden, wann er kommen und wann er gehen will. Auch Herr Trocoli Castro wurde eingeladen unsere Veranstaltungen zu besuchen. So warf Herr Trocoli Castro uns während der Podiumsdiskussion vor, unsere Veranstaltungen nicht filmen zu dürfen. Richtig ist jedoch, dass über uns veröffentlichte Aufnahmen an bestimmte Bedingungen geknüpft sind. So haben wir Herrn Trocoli Castro vorgeschlagen, dass er bei uns filmen darf und dies auch veröffentlichen kann, wenn wir im Vorfeld die Aufnahmen einsehen können. An diese wollte sich Herr Trocoli Castro aber nicht halten. Denn uns ist sehr wohl bewusst, dass Herr Trocoli Castro die Absicht verfolgt, uns in negatives Licht zu stellen und die Aufnahmen gezielt so darzustellen, dass sie am Ende gegen uns sprechen. An dieser Stelle stellt sich uns die Frage, wie jemand über uns aufklären kann, wenn er nie unsere Gottesdienste oder Veranstaltungen besucht hat.

Des Weiteren werden sogenannte „Aussteiger“ interviewt, die im Dokumentar-Film zum Teil unkenntlich gemacht wurden, uns aber bekannt sind. So sind einige von ihnen bereits psychisch belastet zu uns gekommen. Da wir hauptsächlich aus einem ehrenamtlichen Engagement aktiv sind, können wir nicht rund um die Uhr für Menschen da sein, die unsere Hilfe benötigen und kommunizieren dies auch genauso. Wenn Menschen nichtsdestotrotz Enttäuschung erleben, tut uns dies sehr leid. Insbesondere dann, wenn ehemalige Besucher uns den Rücken kehren und bewusst Lügen über uns verbreiten. Diesen Menschen begegnen wir dennoch mit Respekt und Achtung. Die meisten von den sogenannten „Aussteigern“ waren ohnehin keine Mitglieder bei uns, sondern haben lediglich unsere Gottesdienste und Veranstaltungen besucht. So hat beispielsweise ein sogenannter „Aussteiger“ davon berichtet, dass in unserer Gemeinde „blinder Gehorsam“ gelehrt wird und man dies tun soll, was die Leiter von einem erwarten. Hier trifft jedoch genau das Gegenteil zu. Wir weisen explizit darauf hin, dass unsere Mitglieder und Besucher sehr wohl darüber nachdenken sollen, was die Bibel lehrt und selbst zu der Entscheidung kommen sollen, wie sie daraufhin handeln sollen. Es wird von keinem Mitglied oder Besucher gefordert dies oder jenes zu tun. Dies betrifft auch den finanziellen Teil. Es ist richtig, dass wir als Freikirche und als Verein von den Beiträgen und Spenden der Mitglieder und Besucher finanziert werden. Wir fragen uns allerdings, was daran so verwerflich sein soll, da dies auch in anderen Vereinen so gehandhabt wird.

Ferner werden uns noch weitere skurrile Vorwürfe von den „Aussteigern“ gemacht, die wir mit aller Ausdrücklichkeit abstreiten und ablehnen. So sind die männlichen Mitglieder keine „Kleistermaschinen“ und die weiblichen Mitglieder keine „Gebärmaschinen“. Im Durchschnitt haben die Familien bei uns drei bis vier Kinder. Auch an dieser Stelle fragt man sich wie repräsentativ die Aussage eines „Aussteigers“ sein kann, der uns diesen Vorwurf macht.

Im Dokumentar-Film soll des Weiteren der Eindruck vermittelt werden, dass wir in einer „Parallelwelt“ leben und unsere Mitglieder dazu auffordern sich von der Außenwelt abzukapseln. Dies ist wieder eine haltlose Lüge und soll nur dazu dienen ein komplett falsches Bild über uns darzustellen. In unserer Kirchengemeinde ist eine Vielfalt von Menschen zu finden, die sich integrieren und alles andere als isoliert leben. So werden Sie bei uns Studenten, Auszubildende, Erzieher, angehende Lehrer, im allgemeinen Menschen mit ganz gewöhnlichen Berufen vorfinden, die alle ihren Beitrag in der Gesellschaft leisten. Des Weiteren gehören unsere Mitglieder und Besucher verschiedenen Nationalitäten an und nicht nur die der russischen.

In der Reportage werden Videos eingespielt, die keinen Zusammenhang mit unserer Gemeinde haben und somit zweckentfremdetes Material darstellen. Zum Beispiel unterscheidet sich die Pfingstgemeinde in Molbergen, die unter anderem nicht dem BFP angehört, von unserer Gemeinde in dem Punkt, dass sie keine Verhütungsmittel verwenden dürfen, wir dies aber nicht ablehnen. Außerdem werden Videos aus den USA, Afrika und Riga gezeigt, die keine konkreten Aussagen über unsere Gemeinde hier in Osnabrück machen können.

Was die Wohngemeinschaft „Arche“ in Dissen betrifft, ist sie sehr offen für eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem AMEOS Klinikum. Menschen, die abhängig von Drogen sind und in die Wohngemeinschaft der „Arche“ aufgenommen werden wollen, wird nahe gelegt sich zunächst einer Entgiftung zu unterziehen. Natürlich muss dies nicht im AMEOS Klinikum erfolgen. In der „Arche“ wollen wir ihnen daraufhin eine gesunde Gemeinschaft bieten. Als Kirchengemeinde unterstützen wir die „Arche“ finanziell regelmäßig. Im Allgemeinen zeigen verschiedene Statistiken auf, dass die Rückfallquote von ehemals drogenabhängigen Menschen sehr hoch ist. Bei uns fallen maximal 20 % in das alte Suchtverhalten zurück.

Zudem legen wir viel Wert auf eine liebevolle Erziehung unserer Kinder. Um sie darin zu fördern zu starken Persönlichkeiten heranzuwachsen, vermitteln wir ihnen Werte, die aus der Bibel hervorgehen. Bei den Royal Rangern, wie bei Pfadfindern üblich, werden die Kinder vermehrt in Kontakt mit der Natur gebracht. Auf dem letzten Bundescamp der Royal Ranger gab es rund 15000 Teilnehmer (http://bundescamp.de/). Diese Zahl macht deutlich, dass unser Royal-Ranger-Stamm keine kleine Gruppe ist, sondern weltweit verbreitet. Gänzlich falsch wurde in der Reportage dargestellt, dass wir unsere Kinder unter Druck setzen oder sogar schlagen. Unsere Kinder dürfen frei entscheiden welche sozialen Kontakte sie haben und was sie glauben.

Kritik wird auch geübt, weil wir der Meinung sind, dass den Eltern in erster Linie die Aufgabe der Sexualaufklärung obliegt. Sexualaufklärung zählen wir zur Aufgabe der Erziehung durch die Eltern (BGB § 1626 ). Natürlich kann der Sexualunterricht in entsprechendem Alter dazu beitragen.

Wer behauptet, dass wir eine Sekte sind, sollte wissen, dass ein Sektenbeauftragter uns bereits geprüft und bestätigt hat, dass wir keine Sekte sind. Auch Herrn Trocoli Castro befragte einen Sektenbeauftragten. Dieser kann aber keine Aussage zu unserer Gemeinde machen, da er uns gar nicht kennt.

Wenn sie sich selbst davon überzeugen wollen, dass wir eine normale Kirche und all die Vorwürfe haltlos sind, dann kommen sie doch in unseren Gottesdienst und machen sich ihr eigenes Bild.

Evangelische Freikirche „Lebensquelle“

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